Nationalpark La Rosada

Im  Nationalpark La Rosada Gibt es kleinere Wasserfälle.

Schlangenhaut habe ich ge funden und schöne Schmetterlinge. (Das Bild ist Übrigens vo m englischen Tom, nicht von mir. Sein Foto war einfach schöner. Nur das beste für meine Leser)

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copy Tom

Am Schluss landet man in einer alten Siedlung,  Einer der Ersten Eisenfabriken in Südamerika. Der grüne Herr hat sie im Krieg heldenhaft verteidigt. Ich hoffe, Es ist keine Lästerung dass ich ihm zwischen den Schenkeln umherkrabbele. Da es endlich mal eine Statue war, die ich mich hochwuchten konnte, war es unmöglich zu Widerstehen.

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Der Weg ist das Ziel

In Paraguay können auch kleine Strecken von gut 50 km tagesfüllend sein. Anbei ein paar bildhafte Impressionen einer solchen Fahrt. Zum Teil sind mehr die Begegnungen während der Reise interessant als das Ziel an sich. Mit den englischen Reisefreunden macht sowieso alles Spaß, Sie sind die besten.

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Even on the Titanic we would have fun.

06:45 von der Estancia nach Paraguari werden wir mitgenommen

07:05 Durchfragen, wo der Bus zum Nationalpark La Rosada hält; wir müssen zunächst nach Ybicui, dann umsteigen

08-09:00 Busfahrt nach Ybicui

10:00 Jetzt sollte der Bus in den Nationalpark kommen.

Nach eingehender Besprechung mit diversen Stadtbewohnern verschiebt sich die Fahrt halbstündig nach hinten. In kurzer Zeit kennt uns das ganze Dorf.

12:00 Im Nationalpark

60 km in 5 Stunden, 3 Stunden Zeit zum Wandern.

Danach gehen die Verkehrsstationen rückwärts zur Heimfahrt. Nur ganz anders.

Zur Jugendkriminalität in Paraguay: Beim Warten auf einen Bus biete ich einem dicken Mädchen einen Keks an. Sie reißt mir die Packung aus der Hand, rennt weg und mampft die Kekse hinter dem Bushäuschen.

Gottesbotschaft zu unchristlicher Zeit

Wen tausende Paraguyaner gleichzeitig mit ihrer Palme wedeln, dann ist ein besonderer Anlass. Um  6.30 morgens ist es in der Stadt, Wallfahrtsort und „Vatikan Paraguays“, soweit und ich werde mit engelsgleichem Kirchengesang geweckt. Also, Engel im Stimmbruch und dennoch schön. Mega-Gottesdienst auf dem Vorplatz der Kathedrale, die 1988 vom Papst Johannes Paul II geweiht wurde, mit unzähligen Gläubigen. Ich stelle mich eine Stunde auf den Platz, dann werde ich unruhig wie auch alle Kinder vor Ort, ich fange nur nicht an zu heulen. Anschließend fotografier eich durch Elektroleitungen vom Hotel aus auf den Gottesdienst. Nachdem alles vorbei ist sagt die Hotelfrau, von oben der Terrasse hätte ich viel besser fotografieren können. Ich bedanke mich für den freundlichen Hinweis und hoffe, Ihr bleibt demnächst das staubtrockene Toastfrühstück im Hals stecken. Danach kaufe ich mir ein T-Shirt mit irgendwas religiösem drauf, „Ich war dabei – Semana Santa Caacupé“ oder so ähnlich.

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Iguazu: Wo die wilden Bäche rauschen

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„Where are your from?“ schallt es düster durchs Taxi-Autofenster- und schon wieder ne Knarre vor der Nase. Ich denke es war eine Taurus PT 911 9 mm, kenne mich da inzwischen ein wenig aus. Wenn die brasilianische Security Paramilitär spielt und Touristen empfängt hat das nur bedingt Charme. Ich meine: Wie schnell ist der Typ ausgerutscht –peng- und mein Kadaver wird zwischen ausgepressten Caipirinha-Limetten und Windeln in einem Hinterhof-Müllcontainer in Foz do Iguazu entsorgt? Ich meine echt, wie schnell ist sowas passiert?

Auf jeden Fall hatte ich mich entschlossen, die Iguazu-Wasserfälle des gleichnamigen Flusses doch noch mal von der brasilianischen Seite anzuschauen. Wenn man schon mal da ist. Wie breit gefächert sie sind, dass realisiert man von der argentinischen Seite kaum. Deren Besuch ist jedoch –müsste ich wählen- vorziehen würde. Dort ist man mehr „in“ den Wasserfällen, von Brasilien aus mehr Betrachter. Die größte Gefahr dort: Erblindung durch unkontrolliert umherschlagende Selfie-Stickstangen fotogeiler Brasilianer.

 

 

Stau in Itaipu

Industrieseite

Industrieseite

Der Itaipu ist der ehemals größte Staudamm der Welt, nach produzierter Energieleistung weiterhin das Maximum. Gestaut wird der Rio Parana, und versorgt fast ganz Paraguay mit Strom und einen Teil Brasiliens auch. Das gelingt, die Stromversorgung hier ist gut. Ich nehme Euch einfach mit auf die Tour.

Zuerst muss man sich einen 20 minütigen spanischen Film über die Vorteile des Damms anschauen, zwischendurch kommen Werbepausen für Touri-Highlights in Paraguay. Nachdem man aufgewacht ist, geht es zum Bus. Der fährt einen zur Industrieseite des Dammes, hier produzieren 20 Schleusen und 20 Turbinen  den Strom. Zumindest von den Schleusen sind nur sechs in Betrieb, das reicht aus. Als im letzten November die Sintflut ausbrach, wurden wohl erstmals alle 20 geöffnet. Das Wasser fließt mit ungeheurer Wucht und Schnelligkeit. Ich muss zugeben: Ausgerechnet Stromerzeugung mit Wasserkraft ist nicht mein Hobby, keine Ahnung wie das funktioniert.

1. Station Die Rutschen Industrieseite

1. Station Die Rutschen Industrieseite

1. Station Die Rutschen Industrieseite

1. Station Die Rutschen Industrieseite

 

Die Generator, megagroß

Die Generator, megagroß

Danach geht es über den Damm, es ist ein cooles Gefühl, auf der einen Seite der Megasee, auf der anderen die Turbinen und das herabstürzende Wasser. Mittendrauf, wie auf Messers Schneide, gondelt der Bus. Die Scheiben des Busses sind dunkel getönt. Vielleicht ist das gegen Hautkrebs gut? Zum Fotografieren ist es jedenfalls großer Mist. Naja, besser gesund und schlechte Fotos als umgekehrt.

Fahrt über den Damm

Fahrt über den Damm

Rutsche von Damm azs

Rutsche von Damm azs

Aufbereitung Energie im Umland

Aufbereitung Energie im Umland

Tiefgründiges aus Hohenau

Hohenau im Südosten Paraguays ist ein Städtchen mit hoher Lebensqualität. Einige Wohnviertel würden deutschen Vilenvierteln alle Ehre machen. Schöne Häuser in traumhaften Anlagen. Etwas großartiges zu sehen gibt es aber nicht. Einmal wird eine Rollerfahrerin vom Auto umgefahren und sie fliegt an mir vorbei. Das war das Beeindruckendste. Sie blieb erst regungslos liegen, stand dann auf und humpelte wimmernd davon. Geschockt, aber ohne große Verletzung, denn im ordentlichen Hohenau trägt man Helm. Damit ist das Mädel dem alten Friedhofsgärtner Rodrigo knapp von der Schippe gesprungen. Der gräbt seit 40 Jahren in Hohenau die Toten um und dekoriert sie. Auf der einen Friedhofshälfte liegen die Deutschstämmigen, auf der anderen sind die Guarani-Geister eingezogen. Viele Deutschstämmige siedelten Anfang des 20. Jahrhunderts hier an. Zum guten Teil kamen sie auch aus Südbrasilien nach Hohenau, waren bereits dort geboren und legten mit Agrarwissen den Grundstein für den kommenden Wohlstand. Die Nahrungsmittelfabrik bestimmt heute das Stadtbild. Nicht ganz so stolz ist man heute auf einen anderen Gast: Dr. Mengele suchte in Ortsnähe Unterschlupf. Das ist übrigens nicht der Doktor für dessen Butter Helene Fischer Werbung macht. Es ist der Nazi-Arzt. Der soll übrigens vor seiner Festnahme durch israelische Nazijäger aus dem Hotel Tirol geflohen sein (siehe Blogeintrag einige Tage früher). So schließt sich der Kreis.

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Gestanden auf Ruinen

 

Trinidad Panorma

Heute habe ich etwas in die deutsch-polnische Freundschaft investiert. Die ist ja durchaus angeknackst. Da dachte ich: Dann ruiniere ich sie ganz. In den Ruinen der Jesuitenmissionen, namentlich Trinidad und Jesus und 30 Kilometer von Encarnacion gelegen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere auf die Jesuitenruinen im argentinischen Misiones. Hier das gleiche im paraguyanischen grün.

1709, also rund 100 Jahre nach den ersten Stationen, nahm La Santísima Trinidad de Paraná den Betrieb auf. Die Jesuiten und Guarani-Indianer bewirtschafteten die Gegend. Die Jesuiten besaßen das Know-how und das Sagen. Generell wird kolportiert, das Zusammenleben der Gruppen war harmonisch. Nach dem Ruinenrundgang und den empfangenen Schwingungen zu urteilen möchte ich das bestätigen. Nach 70 Jahren mit der von den Spaniern initiierten Vertreibung der Jesuiten hatte der Spaß ein krachendes Ende.

In den Ruinen lasen sich Gebäude und das damalige gesellschaftliche Leben jedenfalls schön nachvollziehen. Und als ich vor dem Altar stand hätte ich mich am liebsten Opfern lassen. Auch in diesem Weltkulturerbe war ich zeitweise der einzige, bis eben ein Pole, Michael, hinter einem Stein hervorgekrabbelt kommt und perfekt deutsch spricht. So fahren wir zur Ruine Jesús de Tavarangüe. Die ist kleiner und ebenso fein und liegt wundervoll in der leicht hügeligen Landschaft. Für die dritte Jesuitenanlage, wieder eine Weile entfernt gelegen, habe ich ein Eintrittsticket, aber keine Lust hinzufahren. Das führt fast zu binationalen Verstimmungen. Letztlich landen wir früher beim Bier in Encarnacion und sind zufrieden. Die deutsch-polnischen Beziehungen bleiben in Takt.

P.S. Der slawische Akzent klingt übrigens wie im Deutschen auch auf Spanisch durchaus herrisch. Als Michael „La cuenta!“ zum Kellner rief (die Rechnung) stand ich automatisch mit Offiziersgruß aufrecht stramm.

 

 

 

News: Stargol für Goldstar

Stargol

Ich habe recherchiert und darf exklusive News verkünden, Mario Götze hat einen neuen Sponsor: Stargol. Der sympathische WM-Held hatte es satt, sich von Nike und deren Minisalär ausbeuten zu lassen. Keinen Bock mehr darauf, Adidas Pressekonferenzen in Nike-Shirts zu crashen und Schuhe sinnlos in die Kamera zu halten. Mit seinem lukrativen Goldstar-, äh Stargol-Vertrag hat er nun einen südamerikanischen Sponsor, der seine pure Ballkunst schätzt. Stargol möchte für dieses Entgegenkommen von einer Bezahlung absehen.

Ich persönlich würde mich extrem freuen, Deutschlands begnadetsten Fußballer wieder regelmäßig spielen zu sehen. Die leicht bewegliche Pappfigur könnte ein erste Schritt in diese Richtung sein.

 

Encarnation: Bad im Rio Parana

Vor viereinhalb Jahren war ich mal in Posadas. Das ist die argentinische Zwillingstadt zu Encarnation in Paraguay. Getrennt vom ewig breiten Rio Parana und  verbunden mit der Brücke Roque Gonzalez de Santa Cruz. Zum übersetzen nach Paraguay war ich damals zu erschöpft. Die beiden Städte schaukeln sich zu Höchstleistungen. In Posadas -habe ich sehr relaxed und etwas langweilig in Erinnerung- soll sich einiges getan haben. Jetzt besuche ich die Karnevalshochburg Encarnation und hier hat man tolles geschaffen:  Es ist eine Stadt zum Wohlfühlen. Den richtig geilen Stadtstrand, Abschnitt der Costanera, gibt es erst seit wenigen Jahren (2012), vermutlich zum 200-jährigen Staatsjubiläum (Bicentenario 2011). In diesem riesigen Fluss Rio Parana Baden, dazu ein Caipirinha, am Schluss ein fetter Sonnenuntergang mit der Skyline von Posadas – da bleibt kein Wunsch offen. Heute keine Witze.

Humanismus à la ingoamericano

hotel tirol freunde

Das ist es, wofür man lebt und reist: Du hast morgens beim Aufstehen keine Ahnung, dass Du abends mit den Jungs aus der Kolonie Sommerfeld feierst.

Nichts los im Staate Dänemark bzw. der Stadt Hohenau im Südosten Paraguays. Davon hatte ich mich selbst überzeugt und wollte anschließend ein Bad im Hotel Tirol nehmen, ein beindruckendes Hotel mit noch tollerem Schwimmbad im Wald, Schmetterlinge und Vögel umkreisen dich. Das Thermometer zeigte 38 Grad als ich in der Pampa aus dem Bus hopse. Am Hotelpool hängen drei eben volljährige Jungs ab,  nach ein paar Sätzen kann ich von Spanisch auf Deutsch umschwenken. Plattdeutsch hätten sie bevorzugt, ich erzählte, dass Marc von Sylt kommt und seine Oma so sprach. Was in der Sache nicht weiterhalf, aber ich fand die Bemerkung passend.

Mit Jason, Wesley und Aernie aus der Kolonie Sommerfeld, ca. 300 km entfernt im Landesinnern, ergab sich eine wunderschöne, humanistische und inspirierende Begegnung. Die Jungs hatten sich freigenommen, um ein paar entspannte Tage zu verleben. Wir erzählten einander von unseren Leben in der Kolonie bzw. München. Die Jungs von ihrer Agrararbeit auf dem Feld, von der Sojaernte, der traditionellen Gesellschaft, vom eigenverwalteten Leben. Ich von der verdorbenen Großstadt und Deutschland. Im Gespräch ging es einfach um die Schilderungen von Lebensweisen, um den Austausch und das Verständnis für ungewohnte, neue Dinge. Ein besser oder schlechter gibt es nicht, nur ein anders,

Die Jungs waren äußerst gut erzogen, gebildet, geistig aufgeräumt und mit viel Humor. Ich habe in kurzer Zeit so viel gelernt. Sie aber von mir auch. So zeigte ihnen ein Handybild vom echten Tirol, Skirennen in Kitzbühel. Die Jungs waren beeindruckt, dazu lief in der Hitze das Lied „Lass mich Dein Skilehrer sein“: Ballermannmusik ist auch in Paraguay beliebt, Jason spielte DJ.

Wir hatten so schnell ein freundschaftliches Verhältnis, dass ich durchaus traurig von dannen ging, um am Straßenrand einen Bus anzuhalten. Eine dreiviertel Stunde später kamen die Jungs vorbei, ich stand immer noch nicht abgeholt da, umkreist von Moskitos, und wir gingen in die nächste Bar. Der ehemals deutsche Gastwirt und seine paraguayanische Frau, 51 Jahre verheiratet, kümmerten sich hervorragend und mit Freude und Scherzen um uns, lange keine so guten Empanadas gegessen. Irgendwann wurde für mich doch noch ein wirklich rappeliger Bus angehalten. Es war lange dunkel.

So hatten die Jungs das erste mal einen Deutschen aus Deutschland getroffen. Und ich das erste mal Bürger aus einer Kolonie. Es hätte nicht besser laufen können. Es war lehrreich, unterhaltsam und menschlich sehr erfüllend. Es ist schön ein Mensch zu sein.

Vielen Dank und alles Gute Jason, Wesley und Aernie, Ihr habt mein Leben bereichert!