Bem-vindo 2019!

4_Fordlandia_Halle„Es hängt von Dir selbst ab, ob Du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst.“ (Henry Ford; Foto aus Fordlandia)

Für mich selbst hoffe ich, auch 2019 wieder so schöne und spannende Orte wie Fordlandia in Brasilien besuchen zu können.

Klein-Amerikanien in Traumlandschaft

Nach einem arbeitsreichen Jahr habe ich mir das fest vorgenommen. Vamos!

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Teufelsritt nach Guyana

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Abschied von Fordlandia

Ein echter Teufelsritt: von Fordlandia mit dem Boot nach Santarem, von Santerem mit dem Flieger nach Manaus, von Manaus 11 Stunden mit dem Bus nach Boa Vista im Norden Brasiliens, von dort mit dem Bus nach Bomfim an die Guyanische Grenze. Dort geht es wie immer schnell, unversehens lande ich im Taxi und es geht über eine neue Brücke nach Guyana: die brasilianische Passkontrolle ist (nicht selbstverständlicherweise) freundlich. Die Guyanische zieht sich ewig, Machtgehabe in Uniform gehört zum Ritus. Dann bin ich da, in Lethem, Guyana. Nicht das Französische. Das Englische, das aber ohne dieses Attribut auskommt. Sie sprechen allerdings Englisch, so eine Pidgeon-Variante.

Auf der Reise habe ich mal wieder einen der schlimmsten Orte passiert: den Busbahnhof in Manaus. Hatte ich von vor vier Jahren genauso höllisch in Erinnerung. Ein schreiender einbeiniger verrückter Wanderprediger zählt dort noch zu den angenehmen Erscheinungen. Die Wartehalle ist ein dunkles Loch, um den Busbahnhof lungern unglaubliche Kreaturen und campieren die Indios. Alles umgeben von einem mehrspurigen Fahrbahngewirr und unzähligen Bruchbuden. Sehr anrührend: die kleinen Indo-Straßenkinder spielen mit Bauklötzchen die gleichen Spiele wie mein kleiner Neffe in Düsseldorf. Und doch werden ihre Wege so verschieden sein. Kurzzeitig schallte durch den Bahnhof das Lied des „Phantom der Oper“: „Sing Vögelchen sing“, schrie ich dem Wanderprediger zu. Entsprechend der Wartesaalbesatzung war auch die Busbelegschaft. Uiuiui, manchmal ist es hart die Komfortzone zu verlassen. Gottseidank musste ich einen guten Teil der Nachtfahrt auf dem Busklo verbringen, so blieb mir mein ungewöhnlich erscheinender und riechender Sitznachbar erspart. Sind wir ehrlich: Wahrscheinlich dachte er das selbe von mir. Jetzt bin ich in Lethem, diesem staubigen Städtchen, in Rupununi, Guyanas Hinterland. Brasilien, warum verließ ich Dich?

Manaus aus dem Flieger mit dreckigem Fenster

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Lethem

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Mit Gruselfaktor: der Friedhof von Fordlandia

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Ich in der Kantine, Originalmobilar

Ich suche den Friedhof, natürlich. Tief im Wald ist er. Ich finde ihn nicht, will aufgeben und kehre um. Nach einer Weile treffe ich fünf eislutschende Jungs, die nach Schulende in eine weiterentferne Siedlung laufen. Ich frage nach den Friedhof, sie schicken mich wieder in die Richtung, aus der ich kam. Ich erkläre, es sei ganz schön matschig auf dem Weg und deute auf meine Schuhe mit 3 Kilo Matschklumpen dran. Sie schauen auf meine Schuhe, ich auf ihre Füße: alle barfuß. Wir lachen 5 Minuten Tränen. Que stupido touristo. Der Friedhof von Fordlandia war schon früh in den 20-er und 30-er Jahren rege besucht. Besser belegt. Die amerikanischen Gräber sind weg, die der Brasilianer noch da. Die Steinkreuze stehen schief herum, liegen gestapelt aufeinander. Es weckt in meiner deutschen Sensibilität unangenehme Assoziationen nach Massengräbern.

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