
Am letzten Dschungeltag sind die Gefährten schon weg, ich fahre mit unserem ewig plappernden Bootsmann und dem Guide zu dessen (angeheirateter) Familie. Die ist riesig und schält heute Maniok. Diese schwarzschalige Wurzel, von der Bedeutung wie bei uns die Kartoffel. In der hiesigen Version, es gibt auch andere Sorten, ist Maniok giftig (Blausäure) und kann als Mehl ausgekocht werden. Es ist echt interssant dieses soziale Familiengefüge. Wie sie da sitzen, das erinnert mich an die Obst-Einkochorgien bei meiner Oma. Dann kommt noch der Schwippschwager des Guides mit einer Finnenfamilie im Schlepptau. Die Tochter studiert brasilianische Musik, sonst nichts, portugiesisch kann sie nicht. Also, alleine das Studienfach, dann studiere ich demnächst Babyrasseln. Wenn das das hochgelobte Finnische Bildungssystem sein soll, Gute Nacht.
Ich verabschiede mich von den Gastgebern und erkläre wie immer -mit dem Blick auf die Kaimane- , dass das 7:1 eine einmalige Sache war, Brasilien momentan toll Fußball spielt und sicherlich Weltmeister wird beim nächsten Mal. Die Familie hätte mir bestimmt hinterher gewunken zum Abschied, wenn das Aufstehen nicht so beschwerlich und die Hände nicht mit Messer und Maniokwurzel belegt gewesen wären. Oder ich einfach jemand anderes gewesen wäre. Die Sau zumindest wälzte sich vor Begeisterung einmal im Schlamm.






























Es geht in die Dschungellodge, mehrere Studen mit dem Auto und dann mit dem Boot über Guyanas größten Fluss, den Essequibo, 1000 km lang und viert- oder fünftgrößter Fluss Südamerikas (je nach Kriterium). Die Rupununi-Landschaft auf der Jeepfahrt wechselt von Savanne über bergig in Urwald. Die Straße ist durchsetzt von Schlaglöchern, das Resthirn fliegt durch das nicht vorhandene Schiebedach davon. Wir gleiten an Autos mit Achsenbruch sicher vorbei. An einem Doerfchen erhalte ich eine Kokussnuss zum trinken, direkt neben einer Fluglandepiste. Es ist absurd, sie wurde fuer die Landung Prinz Harrys letztes Jahr hergerichtet. Obwohl die feine Piste dort so niemand braucht. Man ist aber schon stolz ueber den koeniglichen Besuch.



Nicht erst seit Germanys next Topmodel wissen wir, wie hart der Weg für ein Model und zum guten Foto ist. Hier der nächste Beweis, nahe der Rapununi Savanne. Immer wieder überraschend, wenn das Wasser statt wie erwartet knöchelhoch plötzlich kopfhoch ist. Aber macht nichts: Man versichert mir glaubhaft, dass Guyaner auch feuchte Guyana Dollar gerne nehmen (1Euro sind 210 Guyana Dollar, 1 Bier 300 GDollar, 1mal Uebernachten 5000-6000GD) , der Rest trocknet ohnehin schnell. Immerhin habe ich den neben mir Guyaner dabei das einzige Mal in diesen Tagen so etwas wie Lachen sehen. Das ist deren Ding nicht so. Mein Hotel ist von der indischen Communitz gepraegt, was sich in Curry und schlangenartigen Taenzen zu indischer Diskomusik in Duesenjet-Lautstaerke niederschlaegt.








