Delhi: die spannend-entspannte Seite

Es gibt in Delhi auch Kaffeehäuser à la Starbucks, nur cooler. Denn in Indien wird Kaffee produziert, war mir nicht so klar. Und der schmeckt richtig gut, frisch geröstet im Laden. Dort sitzen dann leicht klischeemäßig nerdige Typen und Frauen mit dicken Hornbrillen. Und tun geschäftig und schlürfen zwischendurch ihr Getränk, Wer weiß, vielleicht schreiben sie gerade eine App für Partyservice Ferckelchen in Landsberg/Lech?

Und Street-Art ist auch im Kommen. Ganze Straßenzüge sind verziert und das von weltweiten Künstlern in der Lodhi Colony. Nichts gegen S-Bahn Sprayer, aber das hier schaut man sich schon lieber an.


In dem Zuge kann man sicherlich auch die wunderschönen Parks im Süden von Delhi nennen mit sehr ruhigen Ecken, kein Vergleich zur Innenstadt. Und irgendwo im Park steht meistens ein Mausoleum. Da gibt’s genug von. Heißt übrigens nicht so, weil die Mäuse da besonders viel zu knabbern haben. Kommt vom Grab des Maussolos, eines der 7 antiken Weltwunder.

Der andere Park hieß irgendwas mit Sanctuary und war nachpersischem Vorbild gestaltet. Wunderschön.

Red Fort: roter Stolz

Nach Dehli zu kommen ist einfach. Ein bequemer Flug von München. Das aufregendste war die ausgefallene Münchner U- und S-Bahn und damit verbunden zeitliche Ängste. Die Immigration am Flughafen sehr schnell und freundlich, das kenne ich aus anderen Ländern anders.

Empfang des Red Fort

Gleich mal in die kulturellen Vollen: Die alte riesige Festungsanlage Red Fort ist so wie eine Alhambra auf Indisch. Zwischen 1639 und 1648 im Mogulreich erbaut. Kein Wunder also, das fast alle Gebäude mehr oder weniger kaputt sind und man fast nichts betreten darf. Aber die Geschichte ist bewegt, auch der Britische König Georg V. nebst Gattin residierte nach seiner Proklamation zum Kaiser von Indien 1911 mit Gattin Maria im Roten Fort. Da wird einem die ganze Kolonial-Absurdität doch mal richtig vor Augen geführt. Also nicht falsch verstehen: Dass man hier so gut in Englisch kommunizieren kann, finde ich schon sehr prima.

in der Anlage des Red Fort

„Man kann da nur schauen, da gibt’s nichts zu tun“, stellte ein wachender Polizist treffend fest, mit ich mich lange unterhielt. Einige Museen gibt es wahrheitsgemäß schon auf dem Gelände: zum Unabhängigkeitskampf und den Kriegserfolgen von Indien. Wusste gar nicht, dass die in den Weltkriegen so aktiv und immens erfolgreich waren. Die Engländer kommen dabei so gut weg wie es sonst den Deutschen vorbehalten ist. Ein Museum für indische Satirezeichnungen und Malerei gibt es auch. Das war in der Tat ganz nett, da war ich allerdings schon leicht dehydriert und habe nur noch bunte Kreise gesehen und versucht sie zu fangen. Auf dem ganzen Areal gibt’s nämlich keine Gastronomie und keinen Kiosk. Hat vermutlich was mit Ehrerbietung zu tun?

Indien wartet

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Es geht in Kürze los: Es sind wohl eher Straßentiger, die auf mich in Delhi warten. Nun gut, ich habe mir die wunderbaren Filme „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal“ nochmal angesehen, um bestens informiert auf Tour gehen zu können. Eine akribische Reisevorbereitung – vor allem das Auseinandersetzen mit der fernen Kultur – ist von unschätzbarem Wert.

Große Freude bereitete mir bereits das Einstudieren des Tanzes, hier eine Trainingsaufnahme. Ich über noch:

Eschnapur Tanz Ingo

Kurzum: Der Rucksack ist gepackt, der Geist bereit für Spiritualität und der Köper für Yoga-Krähe und Ayurverda-Kräfte. Seid gespannt – ich bin es bereits!