So starteten sie dann, die lustigen 8 Wandersleut in das Mittelgebirge Chapada Diamantina. Drei wunderbare deutsche Mädels, die einen in bester Manier an „Sex and the City“ erinnerten (inklusive Carries verzweifelter Rauchversuche), zwei Franzosen, ein Brasilianer den man „The Body“ nennen möchte und eine Esoterikbraut aus Rio. Die meditierte bereits auf dem ersten Bergplateau und murmelte Laute der Erdbewegung. Was ähnlich einem unruhigen Magen klingt. Die höheren Mächte beförderten sie allerdings dennoch später in ein Erdloch. Ähnliches blieb aber kaum einem von uns im Laufe der Tage erspart – mir sowieso nicht. Zwei sehr nette Führer mit Künstlernamen aus der Bhudda-Welt passten auf uns auf. Die Landschaft mit den Tafelbergen ist umwerfend, ich bin aufwärts weiterhin keine Bergziege und die Posada war sehr ordentlich. Statt Wölfen heulte nachts eine einzelne Katze unvorstellbar laut den Mond in den Bergen an.
Bahia
Aus Diamantenwäscherzeiten
In Lencois in Bahia, nur 7-8 Stunden westlich von Salvador, könnte eine ZDF-Vorabendserie spielen. So ausnehmend harmonisch, freundlich und pittoresk ist die koloniale Schönheit der Stadt. Die liegt perfekt in die Landschaft eingebettet am Rande des Nationalparks Chapada Diamantina, umgeben von Flusslandschaften und Wasserfällen. Und abends werden die Tische und Stühle auf die engen Pflasterstein-Gassen gestellt und man lässt es sich mit den Straßenhunden gut gehen. Denn eigentlich sind die besten, funkelnden Zeiten hier schon vorbei. Das Städtchen der Diamantenwäscher- und schürfer (Garimpeiros) blühte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Im Diamantenrausch –verwendet wurden die harten Steine viel in der Industrie, trug man hier angeblich sogar neueste Pariser Mode. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Diamantenfunde seltener, die Nachfrage der Franzosen nach den Edelsteinen ließ nach und überhaupt lief außer den Flüssen nicht mehr allzuviel. Auch die südafrikanischen Edelsteinminen machten Konkurrenz. Heute ist die Stadt wieder ein echtes Schmuckstück.