Vermutlich werden einige von Euch die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele sehen. Einer von drei Kreativdirektoren der Aufführung ist Fernando Meirelles (60). Das ist der Regisseur von „City of God“, diesem in allen Belangen mitreißendem Favela-Drama. Ein sehr kluger Mann und den Film muss Mann/Frau auch gesehen haben. Ich habe mal aus einem Interview, das mir vorliegt, drei Fragen bzw. Antworten übersetzt. Recht wörtlich und nach bestem Gewissen. ich umrahmen das mal mit zwei meiner Rio-Lieblingsbilder. Ich finde, die passen gut zu den Aussagen im Interview.

ingoamericano Rio Hafen 1 kl

Welchen Effekt erhoffen Sie sich von der Eröffnungsfeier?

Meirelles: „Ich hoffe, dass die Eröffnungsfeier wie eine Droge für die Krise in Brasilien wirken wird. Brasilianer können auf die Feier schauen und sagen: Wir sind coole Leute, wir haben verschiedene Ethnien, wir leben zusammen, wir haben nie einen Krieg angefangen, wir sind friedlich, wir wissen, wie man das Leben genießt und wir neigen zur Fröhlichkeit.

Ich bin übrigens auf Hasstiraden vorbereitet –die Leute sagen, die Internetreaktion ist schrecklich.“

Wie wird sich die Feier von vorherigen unterscheiden?

„Die Länder sprechen immer über sich selbst, ihre Rolle in der Welt und warum sie das Zentrum des Universums sind. Wie Athen: die westliche Kultur kam von hier, und Peking: wir haben das Papier und den Kompass erfunden. London: die industrielle Revolution und die Internet-Revolution. Das hat alles den Tenor: „Hallo Welt, das bin ich, ich, ich.“

Wir haben uns entschieden, es andersherum zu machen. Wir sprechen über „uns“, wie wir uns von nun an verhalten sollten, nicht nur Brasilien, die ganze Menschheit. Die anderen Länder haben über ihre Vergangenheit gesprochen, wir sprechen über die Zukunft.“

Das Maracana als Ikone aller Fußballstadien, aber nicht auf derartige Shows ausgelegt, bringt dabei besondere Herausforderungen mit sich, wie der Regisseur erklärt.

„Das Maracana hat ein großes Problem, es gibt keinen Eingang. Es gibt eine Tür, die nicht groß ist, und vier kleine Türen. Wenn also etwas Großes ins Stadion soll, dann geht das nicht. Wir können nichts mit Maschinen machen, deshalb machen wir alles am Boden.

Und dann passiert etwas im Innenraum, das ist beendet und es gilt 3000 Tänzer raus- und 12000 Sportler reinzubringen. Durch die gleiche Tür. Das ist unmöglich. Den ganzen kreativen Prozess über beschäftigte uns, wie wir Leute rein und raus bekommen und den Platz belegen.

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