Zuerst wollte ich möglichst schnell in den Chaco, dann wollte ich möglichst schnell weg. Es regnet sintflutartig, die Straßen einzige Schlammgruben. Wobei der Donner nachts, vermutlich durch die freien Flächen der Natur, faszinierend grollt. Natürliches Süßwasser gibt es übrigens nicht im Chaco, man ist auf das Regenwasser angewiesen. Meinen geplanten Bus nach Bolivien kann ich wegen der Osterfeiertage ohnehin vergessen. Deshalb: Ausweg nach Concepcion, der Perle des Nordens.

Völlig durchnässt sitze ich im schäbigsten Bus ever. Es regnet rein, meine Socken dampfen. Meine Mitfahrerschaft ist der Altherrenknast auf Junggesellenabschied. So sieht es zumindest aus, eine Horde betrunkener Indianer, deren Alk-Ausdünstungen sich mit dem Urinduft der sich nicht schließen wollende Bustoilette vereint. Also, sogar das Kinderparfüm meiner Nichten, roch besser. Nach 6 Stunden erfolgt die Ankunft in Concepcion. Im weiterhin strömenden Regen will ein Taxifahrer seinen Reibach zu machen. Ich wünsche ihm nichts böses, er wird ohnehin bald das zeitliche Segnen. Wird er vorher noch seine Führerscheinprüfung ablegen? Noch älter als er ist sein Schrottauto, alles was man anfasst –man möchte das nicht freiwillig tun- fällt ab. Wir rumpeln und Stottern mit 20 km/h die Straße runter zum Hotel. Später weiß ich: ich hätte lieber im Taxi übernachtet. Dennoch: Ist Concepcion in der Regenpause nicht super-fotogen?

 

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