Alter do Chao: Rettungsringe im Übermaß

In Alter do Chao ist alles super-relaxed. Schmuckstück ist die gold-sandige Landzunge. Hier sind Sandstrand und viele lustige Bars. Man lässt es sich gut gehen, schwimmt, hört Musik, unterhält sich. Tische und Stühle stehen dabei im Wasser. Zum Strand bringen einen Motorboote oder Ruderer. Letztere gleiten durchs Wasser, man hat ein wenig schlechtes Gewissen. Die Männer rudern sich die Lunge aus dem Leib, um mich fetten Sack zum Bier zu transportieren. Ich weiß nicht, ob die Ruderer bei ihrer Tätigkeit die Zähne blecken oder Lächeln, Ich bilde mir letzteres ein und fühle mich besser.

Wasser gibt es aktuell in der Regenzeit im Übermaß. Von vielen Bars ist nur noch die schilfbedeckte Dachspitze zu sehen. Alles andere unter Wasser. Der Goldstrand fällt eher klein aus und ist trotzdem ein Freude. Interessant auch die Leute: viele fette Männer im Wasser erinnern in ihrem Habitus und Körperform an die industriellen Aufsteiger der deutschen Nachkriegswirtschaft. Die Frauen stellen ihnen immer neues Essen und Trinken bereit, die Männer stopfen es in sich rein. Der Schlaganfall lugt bereits mit einem Auge hinter dem Sonnenschirm hervor. Ich liebe es dort: Wie oft sitzt man schon mit Stuhl im Amazonas und trinkt Bier und hört dazu entspannt die flotten Rhythmen von Florian Silbereisen?

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